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Die Geschichte der Pfarrei


1.    Linkenheim-Hochstetten

Das Gebiet von Linkenheim und Hochstetten unterstand kirchlich gesehen vor der Reformation dem Bischof von Speyer. Der Propst von St. German in Speyer war für den ganzen heutigen Karlsruher Raum zuständig; Dekane halfen dem Propst in der seelsorglichen Betreuung. Im 14. Jahrhundert wurde das Dekanat Graben geschaffen, welchem Linkenheim und Hochstetten bis zur Reformation zugehörte. In den Urkunden wird für Linkenheim eine Kirche erwähnt, die um das Jahr 1000 im romanischen Stil erbaut wurde. Für das Jahr 1160 ist belegt, dass Linkenheim eine Pfarrei mit eigener Kirche war. Im 14. Jahrhundert wurde die romanische Kirche durch eine spätgotische ersetzt, die dem heiligen Ägidius geweiht war. An ihrer Stelle steht die heutige evangelische Kirche. Für Hochstetten wird in einer Urkunde von 1213 ein Dekan Wernher erwähnt, der Dekan des Landdekanates Anglachgau, später Dekanat Graben, war. Eine Kapelle oder Kirche für Hochstetten wird angenommen; ihr Patron war der heilige Nazarius, auch Patron des Klosters Lorsch. Mit der Reformation, die Markgraf Karl II. von Baden-Durlach am 1. Juni 1556 in seinem Herrschaftsbereich auch für Linkenheim-Hochstetten und Dettenheim einführt, erlöscht für über 400 Jahre das katholische Pfarrleben in diesem Gebiet. Vom kirchlichen Territorium weiter zum Bistum Speyer gehörend, ist über die Existenz von Katholiken in Linkenheim-Hochstetten nach der Reformation so gut wie nichts bekannt: einer von 1750-1843, fünf 1857, vierzehn 1885. 1821 wurde die Erzdiözese Freiburg errichtet. Im Gefolge kam Linkenheim-Dettenheim von der katholischen Seelsorge zum Erzbistum Freiburg. 1863 ist die seelsorgliche Betreuung der Linkenheimer und Hochstettener Katholiken durch die Pfarrei Neudorf belegt. 1910 war die Karlsruher Pfarrei St. Bonifatius zuständig. Ab 1923 wurde die katholische Seelsorge in Linkenheim-Hochstetten durch die Pfarrkuratie Hl. Kreuz, Knielingen, wahrgenommen. Die Sonntagsmesse wurde in der Eggensteiner Kirche besucht. 1931 gab es in Linkenheim 29 und in Hochstetten 11 Katholiken. Ab Juli 1931 wurden die Hl. Messen werktags in Privathäusern in Linkenheim gefeiert. 1941 war die Katholikenzahl in Linkenheim auf 50, in Hochstetten gar auf 51 gestiegen. 1946 kamen die ersten katholischen Flüchtlinge. Von da an wurden auch Sonntagsmessen in Linkenheim in verschiedenen Räumlichkeiten gefeiert. Bis 1948 waren in Hochstetten über 150 katholische Heimatvertriebene, in Linkenheim fast 400 angekommen, vorwiegend aus der Batschka, dem Sudetenland und aus Süd-Ungarn. 1947 wird die Betreuung der Katholiken in Linkenheim und Hochstetten von Knielingen auf die Pfarrei Neudorf übertragen. In Graben wird Pfarrer Franz Tichy als Expositus eingesetzt. Er betreut auch die Katholiken in Linkenheim (422 im Jahre 1950) und Hochstetten (152 im Jahre 1950). Zum 1. Oktober 1951 wird die selbständige Pfarrkuratie Graben errichtet. Sie wird dem Landkapitel Philippsburg zugeteilt. Mit Wirkung vom 1. April 1952 wurde die Umpfarrung des Gebietes Linkenheim und Hochstetten von Karlsruhe-Knielingen, Hl. Kreuz, nach Neudorf vollzogen. Zum 1. April 1954 wurde die selbständige katholische Kirchengemeinde Graben errichtet. Am 20. September 1954 wurde mit dem Neubau der jetzigen katholischen Kirche Maria Königin begonnen. Am 24. Oktober 1954 war die offizielle Grundsteinlegung. Aus der beigefügten Urkunde geht hervor: "Die neue Kirche soll dienen zur Verherrlichung der Hochheiligen Dreifaltigkeit, zum Lobe der allerseligsten Jungfrau Maria, der Friedenskönigin, deren besonderem Schutz wir die Kirche anvertrauen. Sie soll werden zur Opferstätte des Neuen Bundes, zur Quelle des ewigen Lebens und zum Unterpfand ewiger Glückseligkeit." Am 8. Dezember 1955 wurde die Kirche Maria Königin geweiht zu Ehren der Allerseligen Maria Königin, des heiligen Papstes Pius X. und der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Maria Goretti. In den Altar wurden Reliquien der heiligen Märtyrer Charus und Venantius eingebracht. Erzbischof Eugen Seiterich hatte den Missionsbischof Augustinus Olbert von Tsingtao in China zum Konsekrator bestimmt. Mit Wirkung vom 1. Januar 1977 wurde die römisch-katholische Filialkirchengemeinde Linkenheim-Hochstetten errichtet. Zum 1. Januar 1979 wurde die Pfarrkuratie Linkenheim-Dettenheim als selbständige Seelsorgestelle eingerichtet, da mit dem Bau des Pfarrhauses in Linkenheim 1978 der Seelsorger vor Ort wohnen konnte. Mit Wirkung vom 1. Januar 2004 wurde die Pfarrkuratie Linkenheim-Dettenheim zur Pfarrei erhoben. Am 14. Juli 2004 wurde der bisherige Pfarrkurat zum Pfarrer ernannt.

2.    Liedolsheim und Rußheim